Wollt ihr eigentlich eure Kinder frittieren?!

Ich frage mich das öfter und würde es gerne hinaus in die Welt und an den Kopf vieler junger Mütter schreien. Doch ich lasse es natürlich. Denn es wäre frech, vorlaut und übergriffig. Und so halte ich brav meine Klappe, auch wenn ich manchmal fast platze. Wenn ich zum Beispiel an einem heißen Sommertag in einer vollen Fußgängerzone herumlaufe und die kleinen Neugeborenen schreien sehe wie aus Leibeskräften. Die zumeist völlig ratlosen Mütter legen dann die dicke Wolldecke noch etwas entschiedener auf die schwitzenden, natürlich bei 30 Grad und mehr mit Mütze und Socken bekleideten neugeborenen Babys, deren Verzweiflung und Entsetzen mich fertig macht. Man steht als Außenstehender völlig fassungslos daneben und glotzt die Mama an. Es tut weh, wenn das Baby so schreit und versucht zu kommunizieren, denn Hitze kann schnell mal gefährlich werden. Besonders weil sie sich im Kinderwagen gerne mal staut. Wann hat man aufgehört das Hirn als junge Mama einzuschalten, aufgehört auf den eigenen Instinkt zu hören? Während zu kalt angezogen im Hochsommer vielleicht eine nervige Erkältung nach sich ziehen kann, kann zu warm angezogen bei einem so kleinen Menschen im worst case mal Kreislaufversagen oder Schlimmeres bedeuten. Also wovor habt ihr Angst? Ich weiß man bekommt im Krankenhaus, oder von Omi gerne mal erzählt, dass diese Neugeborenen am Besten immer ne Mütze auf dem Kopf haben sollten, wegen der Zugluft und überhaupt. Aber die erzählen einem alle viel, wenn der Tag lang ist. Ich kann nur sagen meine Tochter hat erst ab 3 Jahren angefangen Mützen auf dem Kopf überhaupt zu dulden, selbst im dicksten Winter hat sie vorher immer lautstark protestiert und erstaunlich früh gelernt sich das Ding wieder auszuziehen (was mich zugegebenermaßen negativ überrascht und dann total überfordert hat, da ich viel draußen unterwegs war :-D) und sie lebt erstaunlicherweise immer noch. Damals hätte ich das vermutlich kaum für möglich gehalten. Ich nehme diese Situation mal zum Anlass, euch etwas Allgemeines mit auf den Weg zu geben: 

Kümmert euch einen feuchten Mist darum, was Andere sagen. Ich weiß, das ist gerade beim ersten Kind schwierig. Aber ich sage euch aus Erfahrung, dass ihr als Mama dieses konkreten Winzlings mit dem besten und wertvollsten Instrument ausgerüstet seid, das keine Erfahrung ersetzen kann und das niemand toppen kann: mit eurem mütterlichen Urinstinkt. Lasst ihn euch nicht nehmen. Nicht von Klaus Hipp, nicht von Nestle, nicht von Oma und nicht vom Krankenhaus. Wenn euer Kind im Hochsommer schreit, wie bescheuert, versucht es mal aus-, statt anzuziehen. Wenn ihr versuchen wollt, zu stillen, dann lasst euch nicht sagen „ihr habt keine Milch“ und gebt sofort auf, sondern versucht es erstmal weiter. Wenn man euch erzählt (selbst bescheuerte Ärzte tun das zeitweise), dass euer Kind in der ersten Woche verhungert, weil ihr stillt, dann nehmt es gelassen und beobachtet euer Kind einfach aufmerksam (in der Regel wird nichts passieren). Wenn ihr nicht stillen wollt, weil ihrs einfach bescheuert findet, dann lasst es und versucht möglichst gute Kunstmilchnahrung zu besorgen. Wenn ihr schwanger seid und fett, dann macht kein Yoga, wenn ihr kein Bock drauf habt, weil ihr euch wie ein scheiß Elefant fühlt. Ihr werdet euer Kind auch ohne Yoga und Summübungen (eventuell stattdessen dann mit lautstarkem Gebrüll und Wutausbrüchen, jeder wie er mag!) auf die Welt bringen, weil wenn es soweit ist, dann könnt ihr das, weil ihrs können müsst und zwar auf die Art, wie es zu euch und eurem Kind passt. Und genauso läuft es auch, wenn es da ist. Ihr seid die Spezialisten für euer Kind. Sonst niemand. Also macht, was euch spontan in den Sinn kommt und freut euch!

Autor: thejupiable

Verliebt, verlobt, gescheitert... Und außerdem 33 Jahre alt, vollzeitarbeitend und in einer neuen Beziehung. Mit vierjährigem Kind im Wechselmodell lebend.

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