Wenn das eigene Kind krank ist…

Geht’s eigentlich nur mir so, dass ich so verdammt mit leide, wenn meine Tochter krank ist? Zumindest aktuell sollte ich mich langsam fast daran gewöhnt haben und dennoch habe ich mich heute Nacht vor Panik fast ohnmächtig am Boden liegend gesehen, während ich den Spuckeimer meiner Tochter ausspülen wollte. Warum? Weil ich mir einbildete, Blut im Erbrochenen gesehen zu haben. Oder vielleicht auch, weil wir seit 22 Uhr versucht haben zu schlafen und sie dank 41 Grad Fieber, das sich auch mit Medikamenten kaum runter kühlen ließ, halluziniert hatte und sich selbst und mich so immer wieder alle paar Minuten aus dem Schlaf gerissen hatte. Schreiend, brüllend und schimpfend und ich jedes Mal dem Herzinfarkt nahe. Die Zeit wollte einfach nicht voranschreiten, die Nacht nicht vorübergehen. Und ich war so verdammt müde und den Tränen der Verzweiflung nahe.

Warum kann man nicht sachlich bleiben? Hohes Fieber ist doof, ja. Aber so lange sie noch die Kraft hat so zu brüllen und brav trinkt, wird sie es aller Voraussicht nach überleben. Das wäre ein sachlicher Gedanke gewesen. Doch das eigene Mutterherz verhindert scheinbar zumindest bei mir, dass man so denkt. Immer wieder steigt Panik in einem auf. Das Kind redete von merkwürdigen bösen Autos mit großen Augen, die im Zimmer herumfahren und die auf Mamas Schulter sitzen würden. Um 3 Uhr nachts flehte ich meine Tochter dann trotz allem leicht genervt an:

„Bitte hör endlich auf ohne Unterbrechung zu reden, ich kann nicht mehr. Es ist mitten in der Nacht. Versuch doch wenigstens zur Ruhe zu kommen. Schließ einfach deine Augen und versuche dich zu erholen und zu beruhigen.“

„Ich kann nicht schlafen Mama, weil wenn ich meine Augen schließe kommen sofort diese verrückten schnellen Bilder von all den Sachen. Siehst du das denn nicht? Warum sind diese gruseligen Autos im Zimmer. Ich will hier nicht bleiben.“

„Oh mann, was redet das Kind? Das ist nicht gut…das ist nicht gut!“

Und da war sie wieder, die Panik. Selbst als endlich ein Zäpfchen angeschlagen hatte und plötzlich ein patschnasses Kind mit 37 Grad Körpertemperatur, sich unwohl fühlend wegen der ganzen Nässe, neben einem aufgewacht und dann nach der großen Putze- und Spuckerei endlich erschöpft eingeschlafen war, lag ich daneben noch wach und hab auf eine alberne Art und Weise Wache gehalten. Atmete die Tochter regelmäßig? Spuckte sie vielleicht gleich wieder?

„Um Himmels Willen, nachher werd´ ich noch angespuckt, wenn ich nicht vorbereitet bin.“

Das ist die leidvolle Erfahrung, die aus den eigenen Gedanken spricht. Schön, wenn´s anders wäre. Ist es aber nicht.

Haben die Väter das eigentlich auch, frag ich mich müde? Leiden die auch so mit? Oder nehmen die es doch irgendwie gelassener?

Ich hoffe jedenfalls wirklich, dass unsere DauerkrankwirnehmenallesmitwasgehtausdemKindergartenundüberhaupt-Phase jetzt nach einem harten Jahre 2018 bald mal endet. Denn meine Nerven sind so langsam echt am Ende.

Ich lausche nun einen Tag später alle paar Minuten ungläubig dem momentan still schlafenden Zwerg nebenan, der ohne Medikamente mit nur noch 38.5 Temperatur eingeschlafen ist. Zu einfach erscheint mir das. Wir werden sehen, was die Nacht bringt. Düstere Vorahnungen planen mich.

 

Autor: thejupiable

Verliebt, verlobt, gescheitert... Und außerdem 33 Jahre alt, vollzeitarbeitend und in einer neuen Beziehung. Mit vierjährigem Kind im Wechselmodell lebend.

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