Die Selbstliebe

Heute habe ich mich aus gegebenem Anlass damit befasst, warum es so wichtig ist, sich selbst zu lieben. Jeder, der meinen blog einigermaßen aufmerksam gelesen hat, wird vllt. bemerkt haben, dass ich es momentan nicht so damit hab, mit der Selbstliebe. Im Detail will ich jetzt garnicht darauf eingehen, warum. Ich will auch nicht großartig jammern, oder mich in Selbstmitleid suhlen, oder gar die Zuversicht verlieren, dass das wieder wird. Ich glaube im Leben von uns allen passieren manchmal Dinge, die uns ein wenig aus der Bahn werfen, uns verletzen, uns enttäuschen und vor allem verunsichern. Aber ich bin mir sicher, man wächst daran und genauso sicher, man wird wieder. Es braucht eben nur seine Zeit. Ich wundere mich manchmal, wie sehr ich doch zeitweise noch verschreckt bin wie ein kleines Mädchen, weil ich nicht mehr mit meiner altgewohnten Familie unterwegs bin. All die Jahre, in denen ich den gleichen Mann an meiner Seite hatte, war doch ein gewisses Gefühl der Grundsicherheit entstanden. Und die Erwartung an ein solches Gefühl darf man natürlich nicht an neue Beziehungen haben. Sondern man muss ihnen die Chance geben, sich zu entwickeln. Ich hatte in meinem ersten Jahr der Trennung gelernt, dass eines sicher nicht geht: sich in eine Beziehung stürzen, um die Trauer über das Scheitern der anderen Beziehung zu vergessen. Man darf eine Beziehung nicht unbedingt brauchen, wenn sie etwas werden soll. Sie soll sich ergeben, in Ruhe wachsen, sie sollte alles dürfen, aber nichts müssen. Es gibt einen Spruch der lautet: „You are so obsessed to find someone who loves you, because you cannot love yourself.“ Ich durfte lernen, dass an diesem Satz (sinngemäß: man ist so besessen davon jmd. zu finden, der einen liebt, weil man es selbst nicht kann) viel Wahres dran ist. Ich bin eigentlich ein sehr stolzer Mensch, mochte immer sehr meine Unabhängigkeit und meinen Freiraum. Und ich mochte es, stark zu sein. In meinen Beziehungen habe ich nun in der Vergangenheit gelernt, dass ich aktuell manchmal aber schwach war und bin. Ich habe mich deshalb oft gehasst. Wenn mein Gegenüber dies dann noch bemerkt hat, oder ich nur geglaubt hab, dass es bemerkt, vielleicht sogar verspottet wird, dann hatte ich sooft ein Gefühl der unglaublichen Ohnmacht und mich so schrecklich klein gefühlt. Ich war so wütend auf mich selbst, dass ich nicht zu meiner alten Stärke zurückfinden konnte und so wütend auf mein Gegenüber, dass es mir dabei nicht helfen konnte, mich nicht trotzdem respektieren und lieben konnte. Ich wollte so stark geliebt werden, ohne es selbst zu können, um wieder „ganz“ zu werden. Fakt ist aber und das ist sehr wichtig, sodass ich es jedem mit auf den Weg geben möchte, der diese Zeilen liest: wenn ihr euch selbst nicht liebt, wird es auch niemand anderes für euch tun. Wenn ihr euch selbst unter Wert verkauft und an euch zweifelt, wird niemand diesen Preis für euch erhöhen, wird euch diese Zweifel niemand zerstreuen, sondern es euch gleichtun. Ihr seid alle etwas Besonderes und mit all unseren Schwächen und Stärken, die wir haben, mit all unseren Päckchen, die wir mit uns tragen müssen, je älter wir werden, sind wir liebenswert. Wir haben es verdient, uns an einem harten Tag selbst in den Arm zu nehmen und uns zu trösten. Wir sind nie allein, denn wir haben ja uns selbst. Lasst euch nicht kaputt machen, von der Welt da draußen. Werdet euch darüber im Klaren, was ihr wollt und was nicht. Ob euch dann jeder versteht, ist egal. Ihr habt es verdient. In diesm Sinne: Mut zur Selbstliebe. Alles wird gut.

Autor: thejupiable

Verliebt, verlobt, gescheitert... Und außerdem 33 Jahre alt, vollzeitarbeitend und in einer neuen Beziehung. Mit vierjährigem Kind im Wechselmodell lebend.

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